Micron Document
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Android (Betriebssystem)
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Android [] ist sowohl ein Betriebssystem als auch eine Softwareplattform fĂŒr mobile GerĂ€te wie Smartphones, Tabletcomputer, Fernseher, Mediaplayer, Netbooks und Autos,cite-ref-6[6] die von der von Google gegrĂŒndeten und von ihr geleiteten Open Handset Alliance entwickelt werden. Basis ist ein Linux-Kernel.

Android ist freie Software.cite-ref-lizenz-3-1[3] Ausgeliefert werden die meisten Android-GerĂ€te allerdings mit vorinstallierter proprietĂ€rer Software,cite-ref-7[7] darunter meist die Google-Mobile-Dienste (kurz GMD; ugs. Google-Apps)cite-ref-8[8] wie Google Chrome, Google Maps, Google Play und YouTube. Aufgrund von NutzungsvertrĂ€gen mit Google entziehen die Hersteller dieser GerĂ€te den Nutzern die Möglichkeit, viele der Google-Apps zu löschen. Google wird oft dafĂŒr kritisiert, dass es durch die ebenfalls nicht löschbaren Google-Play-Dienste seine Nutzer unter anderem ĂŒber Kamera und Mikrofon durchgehend ĂŒberwachen kann und dies mutmaßlich ĂŒberwachungskapitalistisch ausnutzt.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10] Weiterhin senden die Google-Play-Dienste permanent den Standort sowie personenbezogene Daten an Google.cite-ref-kuketz-b-google-p-11-0[11] Es entstehen detaillierte Tagesprotokolle, die jahrelang bestehen können.cite-ref-12[12]

Ein Großteil der derzeit in Betrieb befindlichen Android-GerĂ€te sind solche Google-Androids.cite-ref-13[13] Alternative Android-Betriebssysteme sind unter anderem freie Betriebssysteme wie /e/OS, GrapheneOS, CalyxOS und LineageOS (sogenannte Android-Custom-ROMs) – sowie proprietĂ€re Systeme wie Fire OS von Amazon, tolinoOS der Tolino-Allianz und ShiftOS-l von Shift.cite-ref-14[14] Da der Name Android sowie das dazugehörige Logo aber von Google als Marken geschĂŒtzt werden, dĂŒrfen diese anderen auf Android basierenden Betriebssysteme nicht als Android vermarktet werden.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]

Android (inkl. Alternativen) hat mehr als drei Milliarden monatlich aktive Nutzer. Der weltweite Marktanteil unter Smartphone-Betriebssystemen betrug im April 2024 69,88 Prozent. Android ist damit das am hĂ€ufigsten genutzte Smartphone-Betriebssystem weltweit (vor iOS mit knapp 29,39 Prozent)cite-ref-bmc-17-0[17] sowie das meistgenutzte Betriebssystem ĂŒberhaupt.cite-ref-18[18]

Contents

‱ Geschichte
‱ Gesten
‱ Tasten
‱ Kernel
‱ Sicherheit
‱ Versionen
‱ Kritik
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Andrew „Android“ Rubin, vormals auch bei Apple und dem davon ausgegliederten Unternehmen General Magic angestellt, spielte eine zentrale Rolle bei der GrĂŒndung von Android.cite-ref-19[19] Als MitbegrĂŒnder der Danger Inc. war er schon in die Entwicklung des Hiptop involviert und zog fĂŒr sein Android-Startup Ende 2003 Chris White, Nick Sears und spĂ€ter Rich Miner als MitgrĂŒnder an Bord.cite-ref-auto1-20-0[20] UrsprĂŒnglich war Android ausschließlich als Betriebssystem fĂŒr Digitalkameras gedacht, da der Markt fĂŒr Smartphones aber vielversprechender schien, wurde der Fokus 2004 umgestellt.cite-ref-21[21] Im Sommer 2005 ĂŒbernahm Google das strauchelnde Unternehmen fĂŒr vermutlich $50 Mio. (damals umgerechnet 40 Mio. €).cite-ref-auto1-20-1[20]cite-ref-22[22]

FĂŒr Android wurden vorwiegend bereits bestehende Komponenten unter Open-Source-Lizenzen neu zusammengestellt, darunter der Linux-Kernel, Java und die C-Standard-Bibliothek Bionic sowie einige Bibliotheken und Daemons des GNU-Projekts. Am 5. November 2007 gab Google bekannt, mit 33 anderen Mitgliedern der Open Handset Alliance ein Mobiltelefon-Betriebssystem namens Android weiterzuentwickeln.cite-ref-23[23] Seit dem 21. Oktober 2008 ist Android offiziell verfĂŒgbar.cite-ref-24[24]

Als erstes GerÀt mit Android als Betriebssystem kam am 22. Oktober 2008 das HTC Dream unter dem Namen T-Mobile G1 in den USA auf den Markt. Dass bereits dieses erste GerÀt auf das Global Positioning System (GPS) zugreifen konnte und mit Beschleunigungssensoren ausgestattet war, gehörte zum Konzept von Android.

Von 2010 bis 2016 brachte Google mit der Nexus-Produktreihe in Kooperation mit Hardware-Partnern eigene Android-Tablets und -Smartphones auf den Markt. Die Partner ĂŒbernahmen mit Google die Entwicklung der GerĂ€te, wĂ€hrend die Software von Google stammte, ohne HerstelleraufsĂ€tze bei der OberflĂ€che. Dadurch konnte man GerĂ€te mit aktuellen Android-Updates anbieten. Im Oktober 2016 wurde die Nexus-Produktreihe durch die Nachfolge-Reihe Pixel ersetzt. Diese werden von Google allein entwickelt, und ein Hardwarepartner ĂŒbernimmt die Fertigung.

Mit Android 6 Marshmallow wurde die Funktion adoptierbarer Speicher eingefĂŒhrt. Nutzer können wahlweise eine Speicherkarte als Erweiterung des internen Speichers anstelle eines klassischen tragbaren Speichers einbinden. Dazu wird die Karte verschlĂŒsselt neu formatiert. Dies schließt jedoch eine Wiederverwendung in anderen GerĂ€ten bis zur weiteren Neuformatierung sowie Datenrettung bei defektem Telefon aus.cite-ref-25[25] Daher schlossen die Hersteller Samsung und LG diese Funktion aus.cite-ref-26[26]

Neben dem fĂŒr Telefone und Tabletrechner optimierten Android veröffentlicht Google auch angepasste Android-Versionen in Form von Android TV fĂŒr FernsehgerĂ€te, Wear OS (bis 16. MĂ€rz 2018 Android Wear) fĂŒr Smartwatches und Android Auto fĂŒr Autos. Android Things, eine Version fĂŒr KleingerĂ€te, wurde am 5. Januar 2022 eingestellt.

OberflÀche und Bedienung

Gesten

Nutzer können Android seit Android 10 mittels Gestensteuerung steuern,cite-ref-27[27] also durch das Wischen vom unteren oder seitlichen Bildschirmrand, um zurĂŒck bzw. auf den Startbildschirm zu gelangen. Dies ist allerdings rein optional und lĂ€sst sich deaktivieren.

Maus und Tastatur

Durch den OTG-USB-Anschluss oder ĂŒber Bluetooth sind an den meisten GerĂ€ten auch Steuerung und Eingabe per Maus, Tastatur oder Gamecontroller möglich. Da die meisten fĂŒr Android programmierten Apps allerdings fĂŒr die Steuerung per Touchscreen ausgelegt sind, kann die Bedienung ĂŒber eine Maus in manchen FĂ€llen schwierig sein.

Tasten

Eine weitere Art zur Steuerung ist mittels verschiedener Navigationstasten. Bei neueren GerĂ€ten (Stand: 2015) bestehen diese aus „zurĂŒck“ (geht zur vorherigen AktivitĂ€t oder Seite), „Home“ (öffnet den Startbildschirm) und „Letzte Applikationen“ (erlaubt das schnelle Schließen oder Hin- und Herschalten zwischen gleichzeitig laufenden Apps). Bei Ă€lteren GerĂ€ten ist die Funktion der Multitasking-SchaltflĂ€che durch ein GedrĂŒckthalten der Home-Taste zu erreichen. Die Multitasking-Taste ist dort eine Optionentaste, die bei neueren GerĂ€ten bei Bedarf ebenfalls eingeblendet wird, oder durch deren langen Druck simuliert wird. Vor Android 4.0 und bei einzelnen Herstellern gibt es auch „MenĂŒâ€œ oder „Suche“. Samsung setzte lange Zeit in seinen GerĂ€ten auf die MenĂŒ- statt der Multitasking-Taste und vertauschte diese auch von der Position her mit der „ZurĂŒck“-Taste. Erst in neueren Modellen wird die von Google empfohlene Taste verwendet. Seit Android 7 wird durch das lange DrĂŒcken des Knopfes „Letzte Applikationen“ der Bildschirm geteilt und es lassen sich zwei Apps gleichzeitig nutzen.

Man unterscheidet zwischen Soft- und Hardwaretasten. Erstere werden vom Betriebssystem (softwareseitig) auf dem Bildschirm dargestellt, letztere sind physische Knöpfe oder berĂŒhrungsempfindliche SchaltflĂ€chen auf dem GerĂ€t selbst. Der Vorteil von virtuellen Tasten ist, dass diese bei Bedarf gedreht oder versteckt werden können. Der Vollbild-Modus funktioniert aber nur ab Version 4.4. Davor ist es lediglich beim Betrachten von Fotos und Videos möglich, die Navigationsleiste zu verstecken.

Die zu haltende Tastenkombination zur Aufnahme von Bildschirmfotos unterscheidet sich je nach GerĂ€tetyp. Bei manchen GerĂ€ten ist ein zusĂ€tzlicher Schnellzugriff im ĂŒber die Einschalttaste aufrufbaren MenĂŒ verfĂŒgbar. Seit Android 5 Lollipop ist das lokale Aufnehmen von Bildschirmvideos möglich. Allerdings implementierten einzelne Hersteller wie Sony Mobile diese Funktion frĂŒher.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]

FrĂŒhe Android-Telefone waren hĂ€ufig mit einer dedizierten Suchtaste zum schnellen Zugriff auf eine voreingestellte Suchmaschine oder das Suchfeld innerhalb einer Anwendung ausgestattet; neuere GerĂ€te ermöglichen Ersteres in der Regel durch den langen Druck der Home-Taste.cite-ref-menukey-31-0[31]

Eine dedizierte Optionen-SchaltflĂ€che (MenĂŒtaste) und deren Simulation auf dem Bildschirm werden ab Android 10 nicht mehr unterstĂŒtzt. Stattdessen sollen Anwendungsentwickler Zugriffsmöglichkeiten auf Optionen innerhalb der BedienoberflĂ€che platzieren.cite-ref-menukey-31-1[31]

Startbildschirm

Der Startbildschirm dient in erster Linie zum Starten von Apps. Daher kommt auch die englische Bezeichnung Launcher (englisch to launch = starten). Er besteht aus mindestens einer Seite, je nach GerĂ€t können aber auch weitere Seiten mit beliebigen Elementen hinzugefĂŒgt werden.cite-ref-32[32] Anders als bei Apples iOS befinden sich damit nicht alle App-VerknĂŒpfungen auf einer der Seiten des Startbildschirms. Die Übersicht aller installierten Apps ist bis Android 1.6 mit einer Lasche aufzurufen. Ab Android 2.2 öffnet sich eine alphabetisch sortierte Liste aller Apps durch den App-Drawer. Dieser befindet sich in der Standardeinstellung direkt bei den vier Hauptanwendungen im App-Dock, das in der Regel auf allen Seiten sichtbar ist und ebenfalls mit der Version 2.2 eingefĂŒhrt wurde.cite-ref-33[33] Am oberen Rand wird eine Google-Suchleiste angezeigt, die von Google auch einfach durch das Sprechen der Worte „Ok Google“ gestartet und wonach dessen Spracheingabe aktiviert wird. Zwischen Dock und Suchleiste (eine eigene Zeile fĂŒr das Sucheingabefeld) lassen sich in einem Raster VerknĂŒpfungen zu Apps, Lesezeichen, Kontakten oder Widgets ablegen. Bei diesen handelt es sich um meist etwas grĂ¶ĂŸere Anzeigen von allgemeinen Daten, zum Beispiel Wetter, Datum und Uhrzeit, Termine oder auch ein Taschenrechner. Es werden ĂŒber Widgets bestimmte App-Informationen ĂŒbersichtlich prĂ€sentiert. So zeigt die Standard-Musik-App beispielsweise Informationen ĂŒber die gerade laufende Mediendatei mit einem reduzierten AbspielmenĂŒ an.

Die Anpassbarkeit ist ein großer Vorteil von Android und spielt beim Startbildschirm als Start- und Übersichtsansicht eine wichtige Rolle. Es lassen sich alternative Apps mit mehr Einstellungen oder einem anderen Bedienkonzept installieren. Beim Druck auf die Hometaste kann ausgewĂ€hlt werden, welche der Apps als Standardanwendung fĂŒr den Startbildschirm benutzt werden soll. Auch andere Teile des Systems können ersetzt werden, die Tastatur oder der Standardbrowser.

Benachrichtigungsleiste

Ein weiteres Merkmal des Betriebssystems ist die Benachrichtigungsleiste am oberen Bildschirmrand, die mit einer Geste von ganz oben nach unten geöffnet werden kann. Jede App kann selbst bei bestimmten Ereignissen eine Benachrichtigung erstellen, zum Beispiel bei einer neuen E-Mail, einem Termin, einem Downloadvorgang, einer SMS oder einer neu installierten App. Ist die Leiste geschlossen, sehen Nutzer oben links fĂŒr jede Benachrichtigung ein passendes Symbol. Die rechte Seite informiert ebenfalls hauptsĂ€chlich mit Symbolen ĂŒber Bluetooth-Verbindung, Klingelmodus, WLAN-Verbindung, FeldstĂ€rke und Datenverbindung oder Flugmodus, Akkustand und Uhrzeit (v. l. n. r.). Benachrichtigungen können dauerhaft sein, dann lassen sie sich nicht wie sonst per Geste entfernen, sondern verschwinden von alleine, wenn eine bestimmte Bedingung nicht mehr erfĂŒllt oder ein Vorgang abgeschlossen ist (zum Beispiel die Benachrichtigung „USB-Debugging“ bei PC-Anschluss oder eine Download-Information). Auch gibt es erweiterbare Benachrichtigungen, die per Ziehen nach unten weitere Tasten anzeigen, wie „Antworten“, „Weiterleiten“ oder „Löschen“ einer E-Mail, oder in der Audiowiedergabe ein grĂ¶ĂŸeres Cover, den Albumnamen und einen ZurĂŒckspulen-Knopf.

Schnelleinstellungen

Um die Schnelleinstellungen (Quick Settings) zu öffnen, gibt es drei Möglichkeiten: Bei geschlossener Leiste einfach durch eine Geste mit zwei Fingern von oben nach unten sowie im geöffneten Modus (ab Version 5.0) entweder durch einen weiteren Wisch nach unten oder durch Tippen auf die obere Statusleiste (außer dem Datum). Das EinstellungsmenĂŒ beinhaltet einen Helligkeitsregler und An-/Aus-Schalter fĂŒr WLAN, Bluetooth, Farbumkehrung des Bildschirms, FeldstĂ€rke, Flugmodus, automatische Bildschirmrotation, LED-Blitzlicht als Taschenlampe, Standort, BildschirmĂŒbertragung und mobiler WLAN-Hotspot. Durch einen langen Druck gelangt man in die jeweilige Sektion der Systemeinstellungen. Manche Optionen zeigen beim Tippen noch ein kleines MenĂŒ an. So erfahren Nutzer bei einem Druck auf die FeldstĂ€rke noch den momentanen mobilen Datenverbrauch und ihr Limit und sie können die mobilen Daten auch deaktivieren. Bei WLAN und Bluetooth kann (ab Version 5.1) noch das verbundene Netzwerk oder GerĂ€t ausgewĂ€hlt werden.

Entwickleroptionen

Durch das siebenfache Tippen auf die „Build“-Nummer in den GerĂ€teinformationen lassen sich die sogenannten „Entwickleroptionen“ freischalten, die unter anderem fĂŒr Power-User gedacht sind. Dazu gehören das Hervorheben sich verĂ€ndernder Bildschirmbereiche, das Deaktivieren der ferngesteuerten Bluetooth-LautstĂ€rke und das Beschleunigen oder Überspringen von Übergangsanimationen.cite-ref-34[34]

Herstellerspezifische AufsÀtze

In der Anfangszeit von Android ließ das System noch Funktionen vermissen, die von den Smartphone-Herstellern mittels eigener ErgĂ€nzungen (sog. HerstelleraufsĂ€tze) ergĂ€nzt wurden. Heute geht der Trend hin zu purem Android, auch „Vanilla Android“ oder „Stock Android“ genannt. Die populĂ€rsten GerĂ€te sind die Pixel-GerĂ€te, die von Google in enger Zusammenarbeit mit einem anderen Android-Smartphone-Hersteller entstanden sind. Ein großer Vorteil liegt in der Sicherheit, da die GerĂ€te mindestens drei Jahre jeden Monat mit Sicherheitsupdates versorgt werden. GerĂ€te mit Android-One-Zertifizierung mĂŒssen einen fest vorgegebenen Launcher nutzen und dĂŒrfen kaum bis keine vom GerĂ€tehersteller bereits vorinstallierten Apps enthalten. Das Generic System Image (GSI) ist nicht zwingend installiert.cite-ref-35[35] Einen Ă€hnlichen Status wie GerĂ€te mit Android-One-Zertifizierung und wie die Pixel-GerĂ€te besaßen Google-Play-Editionen bereits existierender GerĂ€ten, die mit Stock-Android statt der HerstelleroberflĂ€che ausgeliefert werden. Bei diesen kamen Updates zwar von den Herstellern selbst, erschienen aber meist recht schnell.

Eigene AufsÀtze der Smartphone-Hersteller wie HTC mit HTC Sense, Sonys Xperia UI, Samsung mit der One UI, LG UX von LG, MIUI von Xiaomi und die EMUI von Huawei Àndern heute hauptsÀchlich das Design der OberflÀche (teils drastisch), wobei der grundsÀtzliche Aufbau meist der gleiche bleibt.

Architektur

Kernel

Die Architektur von Android baute anfangs auf dem Linux-Kernel 2.6 auf, ab Android 4.x wird ein Kernel der 3.x-Serie verwendet.cite-ref-36[36] Seit Android 11 werden die Kernelversionen 4.14, 4.19 sowie 5.4 verwendet.cite-ref-37[37] Er ist fĂŒr die Speicherverwaltung und Prozessverwaltung zustĂ€ndig und stellt die Schnittstelle zum Abspielen von Multimedia und der Netzwerkkommunikation dar. Außerdem bildet er die Hardware-Abstraktionsschicht fĂŒr den Rest der Software und stellt die GerĂ€tetreiber fĂŒr das System.

Java-Laufzeitumgebung

Weitere wichtige Bausteine sind die auf der Java-Technologie basierende Laufzeitumgebung Android Runtime (ART) sowie die Klassenbibliothek OpenJDK.cite-ref-38[38]

Bis Version 4.4 wurden Anwendungen in der Dalvik Virtual Machine ausgefĂŒhrt. Die verwendeten Klassenbibliotheken stammten ursprĂŒnglich aus dem inzwischen eingestellten Projekt Apache Harmony und orientierten sich stark an der Java Standard Edition.cite-ref-39[39] Ab Version 5 wird der Ahead-of-time-Compiler Android Runtime eingesetzt.

Native Bibliotheken

Anwendungen fĂŒr die Android-Plattform werden in der Regel in Java geschrieben, jedoch greifen diese in geschwindigkeitskritischen Bereichen auf zahlreiche in C oder C++ geschriebene native Bibliotheken zurĂŒck. Darunter befinden sich neben Codecs fĂŒr die Medienwiedergabe auch ein Webbrowser auf der Basis von WebKit sowie seit Android 4.4 Chromium, die Datenbank SQLite und eine auf OpenGL basierende 3D-Grafikbibliothek.

Entwicklungsumgebung

Zur Entwicklung eigener Programme fĂŒr Android, der Android-Softwareentwicklung, benötigt man ein aktuelles Java-Entwicklungswerkzeug und zusĂ€tzlich das Android-SDK. Zuerst wird der in Java geschriebene Quelltext mit einem normalen Java-Compiler ĂŒbersetzt und dann von einem Cross-Assembler fĂŒr die Dalvik-VM angepasst. Aus diesem Grund können Programme prinzipiell mit jeder Java-Entwicklungsumgebung erstellt werden.

Die fertige Anwendung muss in ein .apk-Paket (englisch Android Package) verpackt werden, anschließend kann sie ĂŒber Google Play, App Stores der GerĂ€tehersteller, andere kommerzielle Anbieter (zum Beispiel Amazon) oder auch alternative Paketquellen wie F-Droid bereitgestellt werden. Außerdem lassen sie sich direkt auf dem GerĂ€t mit dem Paketmanager installieren.

Das Framework setzt auf starke ModularitÀt. So sind alle Komponenten des Systems generell gleichberechtigt (ausgenommen die virtuelle Maschine und das unterliegende Kernsystem) und können jederzeit ausgetauscht werden. Es ist also beispielsweise möglich, eine eigene Anwendung zum Erstellen von Kurznachrichten oder zum WÀhlen von Rufnummern zu erstellen und die bisherige Anwendung damit zu ersetzen.

Seit Mai 2013 stellt Google eine eigene IDE namens Android Studio auf Basis von IntelliJ IDEA bereit, welche die vormals als Eclipse-Plugin entwickelten Android Development Tools ablöste.

Native Programme

Einen weiteren Anwendungsentwicklungs- und Portierungsweg jenseits von Java bietet die SDL-Bibliothek fĂŒr SDL- und nativen C-Code an. Über einen kleinen Java-basierten Wrappercodeanteil wird ĂŒber das JNI die Verwendung nativen Codes möglich.cite-ref-sdlandroid-40-0[40] Damit ist das Portieren vorhandener SDL-Applikationen wie die Portierung von Jagged Alliance 2cite-ref-ja2forandroid-41-0[41] auf Android relativ problemlos möglich.

Manche cross-plattform fÀhige Entwicklungspakete wie Embarcadero Delphi setzen ebenfalls auf dem sogenannten NDK (Native Development Kit) auf. Mittels JNI können auch hier Java APIs des Betriebssystems aufgerufen werden, falls FunktionalitÀten, die nicht von der Laufzeitbibliothek der Programmiersprache abgedeckt werden, aufgerufen werden sollen.

BeschrÀnkungen

Da Android standardmĂ€ĂŸig nicht den vollen Umfang der GNU-Bibliotheken umfasst und diese nicht standardkonform implementiert sowie ein eigenes Fenstersystem besitzt, ist eine Portierung von Software fĂŒr klassische Linux-Distributionen auf Android schwierig.cite-ref-42[42]

Grafische Schnittstelle

Android verwendet EGL als Schnittstelle zwischen dem Fenstersystem und OpenGL ES sowie OpenVG.

Sicherheit

Die SafetyNet-API soll die KompatibilitĂ€t und Sicherheit prĂŒfen.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44] ÜberprĂŒft wird unter anderem, ob der Bootloader entsperrt ist, ob das GerĂ€t gerootet ist und ob Google-Dienste installiert sind; das fĂŒhrt dazu, dass Apps wie zum Beispiel PokĂ©mon Go, Snapchat und auch viele Banking Apps auf gerooteten sowie auf GerĂ€ten mit Custom-ROMs ohne Google Apps nicht oder nur teilweise funktionieren, dies kann aber durch verschiedene Methoden, wie Signatur Spoofing, Zygisk oder Kernel Assisted Superuser umgangen werden.cite-ref-45[45]

Einordnung als Linux-Distribution

Android teilt sich zahlreiche Eigenschaften mit Embedded-Linux-Distributionen.cite-ref-billanderson-46-0[46] Es unterscheidet sich wesentlich von jenen GNU/Linux-Distributionen, wie man sie fĂŒr Desktop und Server kennt, weil entscheidende Teile mit alternativen Konzepten wie Java und der C-Standard-Bibliothek Bionic umgesetzt sind.cite-ref-47[47] Ob trotz dieser konzeptionellen Unterschiede der Begriff Linux-Distribution auf Android angewendet werden kann, ist umstritten, da dieser Begriff ĂŒblicherweise fĂŒr Distributionen steht, die neben dem Linux-Kernel auch GNU-Software wie die GNU Core Utilities mitliefern.cite-ref-billanderson-46-1[46] Diese sind nur unvollstĂ€ndig Bestandteil von Android, lassen sich jedoch nachrĂŒsten. Gleichwohl bezeichnet die Linux Foundation Android als Linux-Distribution, da es sich um eine Distribution mit Linux-Kernel handelt. Zudem sind auch etliche Bestandteile aus NetBSD in Android enthalten.cite-ref-billanderson-46-2[46]

VerfĂŒgbarkeit der Quellen

Android selbst ist freie Software, bekannt unter dem Namen Android Open Source Project (AOSP). Der grĂ¶ĂŸte Teil der Plattform steht unter der Apache-Lizenz – mit Ausnahme des Linux-Kernels, der unter der GPL 2 vertrieben wird. Ab 2025 wird Quellcode halbjĂ€hrlich freigegeben. Quellcode-Änderungen erscheinen erst, wenn Google hierzu einen neuen Zweig freigibt. Da dies die Praxis fĂŒr die meisten KomponentenĂ€nderungen ist, konsolidiert Google die EntwicklungsbemĂŒhungen zu einem einzigen Zweig. Die Google-Play-Dienste sowie von den meisten Herstellern vorinstallierten Anwendungen von Google sind keine freie Software, da ihr Quelltext nicht verfĂŒgbar ist.cite-ref-48[48] Es gibt jedoch Android-Varianten, sogenannte Android-Custom-ROMs, die ohne proprietĂ€re Software auskommen und vom Nutzer nachtrĂ€glich auf dem Smartphone installiert werden können.cite-ref-49[49] DarĂŒber hinaus existiert microG, eine quelloffene Implementierung der Google-Play-Dienste, die durch Reverse Engineering erstellt wurde. microG ermöglicht Nutzern, Anwendungen zu benutzen, welche normalerweise die Google-Play-Dienste benötigen, wobei weniger Daten an Google gesendet werden.cite-ref-lwn-50-0[50]

2025 eröffnete Google fĂŒr Software-Entwickler die Plattform Android Canary zur Veröffentlichung von Android-Vorabversionen.cite-ref-51[51]

Versionen

→

Hauptartikel

:

Liste von Android-Versionen

| Version | Codename | Erscheinungsdatum | API |
|---|---|---|---|
| 1.0 | — / „Alpha“ [ 52 ] | 23. September 2008 | 1 |
| 1.1 | — / „Beta“ [ 52 ] | 9. Februar 2009 | 2 |
| 1.5 | „ Cupcake “ | 27. April 2009 | 3 |
| 1.6 | „ Donut “ | 15. September 2009 | 4 |
| 2.0.x / 2.1 | „ Éclair “ | 26. Oktober 2009 | 5, 6, 7 |
| 2.2.x | „ Froyo “ ( Frozen Yogurt ) | 20. Mai 2010 | 8 |
| 2.3.x | „ Gingerbread “ | 6. Dezember 2010 | 9, 10 |
| 3.x.x | „ Honeycomb “ | 22. Februar 2011 | 11, 12, 13 |
| 4.0.x | „Ice Cream Sandwich“ | 18. Oktober 2011 | 14, 15 |
| 4.1.x / 4.2.x / 4.3.x | „ Jelly Bean “ | 9. Juli 2012 | 16, 17, 18 |
| 4.4.x | „ Kitkat “ | 31. Oktober 2013 | 19, 20 |
| 5.0.x / 5.1.x | „ Lollipop “ | 12. November 2014 | 21, 22 |
| 6.0.x | „ Marshmallow “ [ 53 ] | 5. Oktober 2015 | 23 |
| 7.0.x / 7.1.x | „ Nougat “ [ 54 ] | 22. August 2016 | 24, 25 |
| 8.0 / 8.1 | „ Oreo “ | 21. August 2017 | 26, 27 |
| 9 | „ Pie “ [ 55 ] | 6. August 2018 | 28 |
| 10 | — / („Queen Cake“) [ 56 ] [ 57 ] [ 58 ] [ 59 ] | 3. September 2019 | 29 |
| 11 | — / („Red Velvet Cake“) [ 60 ] | 8. September 2020 | 30 |
| 12 | — / („Snow Cone“) [ 61 ] | 4. Oktober 2021 [ 62 ] | 31 |
| 12L | — / („Snow Cone2“) [ 63 ] | 7. MĂ€rz 2022 | 32 |
| 13 | — / („Tiramisu“) [ 64 ] | 15. August 2022 | 33 |
| 14 | — / („Upside Down Cake“) [ 65 ] | 4. Oktober 2023 | 34 [ 66 ] |
| 15 | — / („Vanilla Ice Cream“) [ 67 ] | 15. Oktober 2024 | 35 |
| 16 | — / („Baclava“) [ 68 ] | 10. Juni 2025 [ 69 ] | 36 |

Von Version 1.5 bis 9 trugen alle Versionen neben der Versionsnummer den englischen Namen einer SĂŒĂŸspeise, deren Anfangsbuchstaben jeweils im Alphabet aufsteigend waren. Zu jeder Android-Version entwarf die Open Handset Alliance und Google ein Android-Maskottchen mit der jeweils zur Version gehörenden SĂŒĂŸspeise. Seit Android 10 wird wieder auf den Namenszusatz verzichtet.cite-ref-androidname-58-1[58] Nichtsdestotrotz werden googleintern weiterhin sĂŒĂŸe Codenamen verwendet.

Vorhandene Software

In Googles App Store „Google Play“ (ehemals „Android Market“) gab es im Mai 2015 mehr als 1,5 Mio. Apps. Seit 2013 verfĂŒgt Google Play ĂŒber ein grĂ¶ĂŸeres App-Angebot als der vorherige marktfĂŒhrende App-Anbieter Apple.cite-ref-70[70] Im SDK werden zusĂ€tzlich eine Reihe von Anwendungen, darunter ein Webbrowser, die Kartenanwendung Google Maps, eine SMS-, E-Mail- und Adressbuchverwaltung, ein Musikprogramm, eine Kamera- und Galerieapplikation sowie ein Satz von API-Demoanwendungen mitgeliefert.

Erstellte Software kann von den Entwicklern bei Google Play angeboten werden. Verkaufen kann sie dort allerdings nur, wer in bestimmten Staaten ansĂ€ssig ist. In den Nutzungsbedingungen sind unter anderem Deutschland, Österreich und die Schweiz aufgefĂŒhrt.cite-ref-71[71] Kostenfreie Software macht etwa 69 Prozent aus.cite-ref-72[72]

Neben Google Play stehen Entwicklern und Endanwendern auch eine Reihe anderer MĂ€rkte und Plattformen fĂŒr Android-Software offen, wie der Amazon Appstore, Yandex.Store oder F-Droid; manche vermeintlich eigenstĂ€ndige verweisen jedoch wiederum auf Google Play.

Google behĂ€lt eine gewisse Kontrolle ĂŒber Android-Software. Nur lizenzierte Android-Distributionen dĂŒrfen die Google-eigenen Anwendungen (Closed Source) wie Google Mail oder Google Maps verwenden sowie auf Google Play fĂŒr weitere Applikationen zugreifen. Verschiedene Tablets verwenden ein unlizenziertes Android 4; „gerootete“ GerĂ€te verwenden oft ein Custom-ROM. Diese haben nach dem Flashen der entsprechenden GApps ebenfalls die Berechtigung fĂŒr den Zugriff auf den Google Play sowie die anderen GApps der Google Mobile Services (GMS). Es wird nicht offiziell unterstĂŒtzt, Applikationen aus Google Play auf einem Nicht-Android-System herunterzuladen (zum Beispiel einem normalen PC), um sie dann ĂŒber USB auf einem Android-GerĂ€t zu installieren. Dies ist aber mit Drittanbietersoftware wie dem Java-Programm Raccooncite-ref-73[73] oder dem Browser-Addon APK Downloader,cite-ref-74[74] erhĂ€ltlich fĂŒr Firefox und Chrome, trotzdem möglich. Auch ein Download auf einem Android-GerĂ€t selbst, mithilfe von Apps wie Aurora Storecite-ref-75[75] oder Yalp Storecite-ref-76[76], ist möglich. Jedoch wird hierbei, wie bei dem Download mit der offiziellen App, ein Google-Konto benötigt. Einige Software-Hersteller bieten ihre Applikationen auch in alternativen App Stores oder direkt als Installationsdatei an; diese lĂ€sst sich dann auf beliebige Weise herunterladen und auf dem Android-GerĂ€t installieren.

Dateiverwaltung

Ab Version 6 „Marshmallow“ ist auf Android ab Werk ein rudimentĂ€rer Dateimanager mit dem internen Namen „DocumentsUI“ vorinstalliert, der ĂŒber die Einstellungen, Speicher, Erkunden aufzurufen ist.cite-ref-77[77] Seit Android 4.4 „KitKat“ gibt es zudem ein Media-System, ĂŒber das indirekt auf das Dateisystem zugegriffen werden kann, wenn zum Beispiel ein Hintergrundbild ausgewĂ€hlt oder ein E-Mail-Anhang verschickt wird; diese OberflĂ€che direkt zu starten oder Dateien zu löschen, verschieben, kopieren oder umbenennen ist dennoch nicht möglich.

Mit Android 4.4 „Kit Kat“ wurde der gemeinsame Schreibzugriff auf Speicherkarten fĂŒr vom Endbenutzer installierten Anwendungen, bspw. Dateiverwalter, gesperrt. Ab Android 5.0 „Lollipop“ wurde Schreibzugriff ausschließlich durch die von Google entwickelte, nicht abwĂ€rtskompatible Programmierschnittstelle „Storage Access Framework“ erneut ermöglicht.cite-ref-78[78] Mit Android 7 „Nougat“ (API-Stufe 24) wurde das Verschieben von Dateien und Ordnern erneut ermöglicht.cite-ref-79[79] Die unterliegende Systemdateistruktur außerhalb von Benutzerdatenverzeichnissen wird seit Android 7 vollstĂ€ndig verborgen.cite-ref-rummler-80-0[80]

Mit Android 10 wurde „scoped storage“ fĂŒr endnutzerinstallierte Anwendungen eingefĂŒhrt. Der konventionelle Zugriff auf den geteilten internen Benutzerspeicher wird Ă€hnlich wie bei Apple iOS gesperrt; es verbleibt lediglich der Zugriff durch die eigene Programmierschnittstelle „Storage Access Framework“ von Google erhalten. Bei der Deinstallation von Anwendungen werden jeweils angelegte Dateien vollstĂ€ndig gelöscht.cite-ref-xda-saf-81-0[81]

Diese Maßnahmen der Isolation dienen laut Google der PrivatsphĂ€re des Benutzers, allerdings standen bereits seit Android 1.0 private Datenverzeichnisse innerhalb von „/data/“ fĂŒr jeweilige Anwendungen zur VerfĂŒgung.cite-ref-xda-saf-81-1[81]

Prozessverwaltung

Seit Android 5 „Lollipop“ ist die Liste laufender Prozesse nicht mehr fĂŒr benutzerinstallierte Anwendungen abrufbar. Diese EinschrĂ€nkung schloss die Verwendung von Prozessverwaltern von Drittenentwicklern aus.cite-ref-rummler-80-1[80]

Barrierefreiheit

Ab Version 4.0 (Ice Cream Sandwich) besitzt das Betriebssystem einen hohen Grad an Barrierefreiheit. Die benötigte Software ist bereits installiert und kann theoretisch von einem Blinden selbstĂ€ndig aktiviert werden. Dabei bietet Android den Vorteil, dass Sprachausgabe (Screenreader) und BildschirmvergrĂ¶ĂŸerung parallel genutzt werden können. UnterstĂŒtzung fĂŒr Braillezeilen bietet Android ab der Version 4.1 und der Erweiterung BrailleBack.cite-ref-82[82]

Root/Administratorrechte

Im Gegensatz zu ĂŒblichen Desktop-Computern, bei denen man mit dem Kauf auch die vollen Administrationsrechte erwirbt, hat man bei Android-GerĂ€ten ab Werk nicht das vollstĂ€ndige Administrationsrecht. Dadurch sind die Möglichkeiten zum Anlegen von Sicherungskopien beschrĂ€nkt, Teile von Nutzerdaten lassen sich nicht sichern und von Nutzern unerwĂŒnschte Applikationen können von ihm nicht entfernt werden, auch wenn diese Applikationen nicht fĂŒr den einwandfreien Betrieb des GerĂ€tes erforderlich sind. Die Festlegung, ob eine bestimmte Anwendung entfernt werden darf, legt der Hersteller der mobilen EndgerĂ€te selbst oder in Absprachen mit den Entwicklerfirmen der Anwendung fest (siehe auch Abschnitt zur Kritik/Kontrolle durch Google, Übermittlung privater Daten).

Rootrechte ermöglichen dem GerÀtebesitzer, auf das gesamte Dateisystem zuzugreifen, auch auf Dateien und Verzeichnisse, welche normalen Benutzern verborgen bleiben. Dies ermöglicht das Anlegen und Wiederherstellen vollstÀndiger Sicherungskopien, so wie das Kopieren von Benutzerdaten und Einstellungen auf ein anderes GerÀt mit Rootzugriff.

Normalerweise kann der GerĂ€tebesitzer nur Bildschirmaufnahmen anfertigen, wenn es der App-Entwickler erlaubt. Entwickler können Bildschirmaufnahmen in Teilen oder in der gesamten Anwendung sperren. Beispielsweise unterbindet Google Chrome Bildschiraufnahmen im „Inkognito-Modus“.cite-ref-83[83] Mit Rootrechten kann der GerĂ€tebesitzer jedoch Bildschirmaufnahmesperren außer Kraft setzen.cite-ref-xda-magisk-84-0[84] Ebenfalls lassen sich Teile der BedienoberflĂ€che, zum Beispiel die Navigationstasten, verĂ€ndern.cite-ref-benefits-rooting-android-85-0[85] Der Akkustand lĂ€sst sich begrenzen um die Lebensdauer des Akkus zu verlĂ€ngern, falls es nicht seitens des Herstellers ermöglicht ist.cite-ref-86[86]

App-Aktualisierungen lassen sich ohne Neuinstallation und der damit verbundenen ZurĂŒcksetzung der Benutzerdaten rĂŒckgĂ€ngig machen.cite-ref-87[87] Vorinstallierte Systemanwendungen lassen sich zudem mit inoffiziellen Versionen ersetzen.cite-ref-xda-magisk-84-1[84]

Zur Erlangung von Rootrechten muss eine Erweiterung, wie zum Beispiel Magiskcite-ref-88[88] installiert werden. Bei manchen GerÀten erlischt die Garantie.cite-ref-benefits-rooting-android-85-1[85]

Der Zugriff auf manche Systemeinstellungen ist nur mit Administratorrechten möglich, darunter solche zur Gestaltung der BedienoberflÀche und Anwendungsverwaltung.cite-ref-benefits-rooting-android-85-2[85]

Verbreitung und Erfolg

Im ersten Quartal 2010 wurden in den Vereinigten Staaten erstmals mehr Android-Mobiltelefone als iPhones verkauft.cite-ref-90[90] Der Marktanteil bei NeugerĂ€ten betrug im untersuchten Zeitraum fĂŒr Google 28 Prozent im Gegensatz zu 21 Prozent bei Apple.cite-ref-91[91] Bei den Internetzugriffen ist Android seit Juli 2014 das fĂŒhrende Smartphone-Betriebssystem.cite-ref-92[92] Im September 2013 verkĂŒndete Sundar Pichai, dass bis dato eine Milliarde GerĂ€te aktiviert worden seien.cite-ref-93[93] Im Jahr 2014 wurden ca. 1 Milliarde Android-GerĂ€te verkauft.cite-ref-94[94] Android hatte als Smartphone-Betriebssystem im dritten Quartal 2016 einen weltweiten Marktanteil von 87,5 Prozent,cite-ref-zdnet-225988-95-0[95] nach 84,6 Prozent im zweiten Quartal 2014,cite-ref-96[96] 79,3 Prozent im zweiten Quartal 2013,cite-ref-97[97] 68,1 Prozent im zweiten Quartal 2012,cite-ref-98[98] 52,5 Prozent im dritten Quartal 2011 und 25,5 Prozent im dritten Quartal 2010.cite-ref-smartphones-heise-open-99-0[99]

Durch die Entscheidung von Google, sein Betriebssystem kostenlos zur VerfĂŒgung zu stellen, ist die Nutzung bei Herstellern von EndgerĂ€ten beliebt. Diese Entscheidung fĂŒhrte jedoch auch zu einer starken Fragmentierung. Laut einer im Mai 2012 vom Unternehmen Staircase vorgenommenen Untersuchung unter Android-Smartphone-Nutzern, die ĂŒber einen Zeitraum von einem halben Jahr durchgefĂŒhrt wurde, konnten 3997 verschiedene GerĂ€te von insgesamt 599 Herstellern gezĂ€hlt werden. Allerdings wird das Ergebnis durch Android-Custom-ROMs, das heißt nicht originale, vom Hersteller bereitgestellte Betriebssysteme, etwas verfĂ€lscht.cite-ref-100[100]

Viele Hersteller, insbesondere in China,cite-ref-guardian-aosp-101-0[101]cite-ref-recode-aosp-102-0[102] verwenden eine unlizenzierte Android-Version, die keine Google-Dienste wie Google Maps, den Google Play Store und Gmail enthÀlt. Nach SchÀtzungen von Analysten betrifft dies zwischen 23 %cite-ref-103[103]cite-ref-recode-aosp-102-1[102] und 41 %cite-ref-guardian-aosp-101-1[101] aller verkauften Android-GerÀte.

Seit dem Marktstart 2008 erzielte Google mit Android einen Umsatz von 31 Mrd. US-Dollar (Stand: Januar 2016).cite-ref-104[104]

Portierungen

Da die Quellen von Android frei verfĂŒgbar sind und auch keine rechtlichen GrĂŒnde dagegen sprechen, kann es verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig einfach auf nahezu jeden ausreichend leistungsfĂ€higen Rechner portiert werden. Wenn eine Plattform vom Linux-Kernel unterstĂŒtzt wird, besteht eine gute Möglichkeit, dass eine Portierung von Android gelingt. Es gibt Portierungen fĂŒr Smartphones, die ursprĂŒnglich mit einem anderen Betriebssystem ausgeliefert wurden. Andere Projekte portieren Android fĂŒr einen handelsĂŒblichen Desktop-Computer. Viele dieser Portierungsprojekte werden von einer weltweiten Entwickler-Community vorangetrieben. Die Open Handset Alliance unterstĂŒtzt diese Projekte mit einer eigenen Portierungsanleitung.cite-ref-105[105]

Portierungen fĂŒr andere Smartphones

XDAndroid
Portierung fĂŒr Smartphones mit Windows Mobile 6.1 oder 6.5 vor allem fĂŒr Ă€ltere HTC-GerĂ€te. XDAndroid kann Windows Mobile ersetzen, alternativ kann man eine Dualboot-Konfiguration installieren. Mit einer Speicherkarte wird das neue Betriebssystem auf das GerĂ€t eingespielt oder gleich von dort gebootet.cite-ref-xdandroid-ct-106-0[106]cite-ref-xdandroid-107-0[107]
Andromnia
Android-Portierung fĂŒr Samsung-Omnia-GerĂ€te mit unzureichender Hardware-UnterstĂŒtzung. Android startet von einer SD-Card und Ă€ndert am Omnia nichts.cite-ref-108[108]
iPhone
Im Jahr 2010 gab es erste Berichte ĂŒber Portierungen von Android auf das Apple iPhone durch das iDroid Projekt.cite-ref-iphone-ct-109-0[109] Teilweise wurden Quellcodes veröffentlicht.cite-ref-linuxoniphone-110-0[110] Allerdings blieben all diese Entwicklungen in einem sehr frĂŒhen experimentellen Entwicklungsstadium.cite-ref-idroid-project-111-0[111] Mittlerweile sind diese frĂŒhen Projekte grĂ¶ĂŸtenteils eingestellt und die Website des iDroid Projekts ist nicht mehr online verfĂŒgbar:cite-ref-112[112] Project Sandcastle ist eine weitere Portierung von Android fĂŒr das iPhone, welche 2020 vom Start-Up Unternehmen Corellium veröffentlicht wurde.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114] Derzeit lĂ€uft sie nur auf dem iPhone 7 und ist wie auch vorherige Versuche, Android auf das iPhone zu bringen, nur eingeschrĂ€nkt nutzbar.cite-ref-115[115]
Portierung fĂŒr Samsung Jet (S8000)
Portierung von Android auf das Samsung Jet („Jetdroid“).cite-ref-116[116]
Openmoko
Portierung fĂŒr das freie Smartphone Openmoko des gleichnamigen Herstellers. Das Ziel ist die Entwicklung freier und offener Smartphones (hard- als auch softwareseitig).cite-ref-android-on-openmoko-117-0[117]
NITDroid
Portierung fĂŒr Nokia Internet Tablets und das Smartphone Nokia N900, welches nativ Maemo 5 verwendet. Seit MĂ€rz 2012 wird das Nokia N9 unterstĂŒtzt. Nativ lĂ€uft das N9 mit MeeGo. Es ist dual-boot-fĂ€hig.cite-ref-nitdroid-auf-dem-n9-118-0[118]
Badadroid
Portierung fĂŒr das Smartphone Samsung Wave S8500 und Wave S8530, welches eigentlich mit bada betrieben wird. Aktueller Project Status: Pre-Alpha.cite-ref-badadroid-119-0[119]
Android Player
Portierung von RIM auf das hauseigene Playbook OS 2 und die neue Version des Blackberry BB10.cite-ref-120[120] Die Dalvik VM Runtime wurde auf das POSIX-kompatible Betriebssystem QNX portiert. Es stehen APIs der Android-Version 2.3.3 zur VerfĂŒgung. Ab OS 2.1 sind Zugriffe auf die Kamera und das „Android In-app Billing“ möglich. Jede Android-Applikation wird in einem separaten Fenster angezeigt.

Portierungen fĂŒr die x86/AMD64-Plattform

‱ AMIDuOS: Virtuelle Maschine auf Basis von Android Jelly Bean bzw. Lollipop des Hard- und Softwareherstellers American Megatrends; lauffĂ€hig unter Windows 7, 8 und 10.
‱ Android Studio: ermöglicht das AusfĂŒhren und Entwickeln von Android-Anwendungen unter Windows, macOS, Linux und Chrome OS.
‱ android-x86remix-osAndroid-x86: Portierung des Android-Betriebssystems auf PC, Note- und Netbook mit x86-Architektur (Nachfolger der IBM PCs); ursprĂŒnglich lag der Entwicklungsschwerpunkt auf dem Asus Eee PC; neueste stabile Version ist Android-x86-9.0-r2; die stabile Version (Android-x86-6.0-R3) vom 24. April 2017 ist als USB- und CD-ROM-Image erhĂ€ltlich;cite-ref-121[121] das Projekt betreibt einen Git-Server, auf dem sĂ€mtliche Forks des (portierten) Betriebssystemcodes vorgehalten werden.
‱ AndroVM: Virtuelle Maschine fĂŒr Android 4.1.1
‱ Andy: ermöglicht das AusfĂŒhren und Entwickeln von Android-Anwendungen unter Windows und macOS;cite-ref-122[122]
‱ bluestacksBlueStacks App Player: ermöglicht das AusfĂŒhren von Android-Anwendungen unter Windows und macOS;
‱ Google Play Spiele fĂŒr Windows: Android-Emulator von Google, der es ermöglicht Spiele aus dem Google Play Store auch auf Windows zu spielen.
‱ Jar of Beans: JellyBean-Emulator der Nexus-ROMs (Android 4.1.1);
‱ LiveAndroid: Portierung des Handy-Betriebssystems auf x86-kompatible PCs oder Netbooks; als Live-CD (Version 0.3) verfĂŒgbar seit dem 21. August 2009; seit September 2009 nicht weiterentwickelt;cite-ref-liveandroid-123-0[123]
‱ MemuPlay: Android-Emulator, aktuell bis Android 7.1 (64 bit)cite-ref-124[124]
‱ NoxPlayer: Android-Emulator, mit der man Android-Anwendungen auf PC und Mac ausfĂŒhren kann.cite-ref-125[125]
‱ Windows-Subsystem fĂŒr Android: KompatibilitĂ€tsschicht zum AusfĂŒhren von Android-Anwendungen in Windows 11 (vergleichbar mit dem Windows-Subsystem fĂŒr Linux), Support vom 21. Oktober 2021 bis zum 5. MĂ€rz 2025.
‱ WindowsAndroid: Portierung von Android 4.0.3 auf Windows-PCs.

Bekannte Derivate

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Hauptartikel

:

Liste von Android-Custom-ROMs

| Derivat | Bemerkungen |
|---|---|
| AliOS (ehemals Aliyun OS/Yun OS) | Von AliCloud entwickelt, einer Tochterfirma der chinesischen Alibaba Group |
| Android Open Kang Project (AOKP) | Custom-Rom, mit Android 9 eingestellt [ 126 ] |
| ColorOS | Android-Portierung des chinesischen Herstellers Oppo [ 127 ] |
| CopperheadOS | Android-Variante auf AOSP-Basis mit Fokus auf Sicherheit fĂŒr Mobiltelefone der Marken Nexus und Pixel |
| EMUI (ehemals Emoticon UI) | Ehemals Custom-ROM fĂŒr GerĂ€te anderer Hersteller, spĂ€ter dann vorinstallierte Android-Portierung fĂŒr Huawei & Honor . Mittlerweile nur noch Custom-Rom fĂŒr Huawei- und Honor-GerĂ€te |
| Fire OS [ 128 ] | Android-Portierung des US-amerikanischen Herstellers Amazon fĂŒr die Kindle-Fire -GerĂ€te, Fire Phones und Fire-TV |
| Funtouch OS | Android-Portierung des chinesischen Herstellers Vivo [ 129 ] |
| GrapheneOS | Android-Variante auf AOSP-Basis mit Fokus auf Sicherheit fĂŒr Mobiltelefone, bis MĂ€rz 2019 unter dem Namen Android Hardening bekannt, zu weiten Teilen von Daniel Micay entwickelt, der ursprĂŒnglich an CopperheadOS arbeitete. |
| HTC Sense | Android-Portierung des taiwanischen Herstellers HTC |
| HyperOS (ehemals MIUI) [ 130 ] | Android-Portierung des chinesischen Herstellers Xiaomi |
| LineageOS (ehemals CyanogenMod ) | CyanogenMod wurde von Mitarbeitern der Cyanogen Inc. und einer Entwickler- Community entwickelt. [ 131 ] Seit 2017 als LineageOS von der Entwickler-Community weitergefĂŒhrt. [ 132 ] |
| MagicOS [ 133 ] | Android-Portierung des chinesischen Herstellers Honor |
| Nokia X platform | Ehemalige Android-Portierung des finnischen Herstellers Nokia fĂŒr die Nokia Xseries Serie. SpĂ€ter erwarb Microsoft die Namensrechte an der Mobiltelefon-Sparte und setzte Microsoft Windows Phone ein. Anschließend erwarb HMD Global die Namensrechte, setzte jedoch ein hauseigenes cleanes Android One ein. |
| Nothing OS | Android-Portierung des Londoner Tech-Startups Nothing |
| OmniROM | Community-naher CyanogenMod-Nachfolger [ 134 ] |
| One UI (Nachfolger von Samsung Experience (ehemals TouchWiz )) | Android-Portierung des sĂŒdkoreanischen Herstellers Samsung |
| OxygenOS | Android-Portierung des chinesischen Herstellers OnePlus |
| Paranoid Android | Der Hybrid-Modus ist eine Besonderheit |
| Replicant [ 135 ] | Diese Variante verwendet nur freie Software |
| SlimRom | Android-Variante mit detaillierten Einstellungsmöglichkeiten der GUI |
| Shift OS-G | Android-Portierung des deutschen Herstellers Shift GmbH fĂŒr Shiftphones auf Basis von Android 8.0, Android 10, (Android 12,) LineageOS 20 (≙ Android 13) und Android 14 mit Google-Services |
| Shift OS-l | Android-Variante des deutschen Herstellers Shift GmbH fĂŒr Shiftphones auf Basis von Android 8.0, Android 8.1, Android 10 (, Android 12), LineageOS 20 (≙ Android 13) und LineageOS 22.2 ohne Google-Services |
| tolinoOS | Betriebssystem der Tolino-Allianz fĂŒr die Tolino - E-Book-Reader basierend auf Android |
| Xperia UI | Android-Portierung des japanischen Herstellers Sony |

Kritik

Fernzugriff auf GerÀte

Google hat die Möglichkeit, sofern die Google-Apps installiert sind, Software ohne vorherige Nachfrage bei Nutzern zu löschen und zu installieren. Über etwaige dauerhafte Verbindungen mit Google-Servern könnten Applikationen via Fernzugriff ohne Einwirkung, jedoch mit Wissen der Nutzer gelöscht und installiert werden (Statusmeldung).cite-ref-136[136] Falls Google eine kostenpflichtige Software löscht, erhĂ€lt der Kunde den Kaufpreis zurĂŒck. Im Juni 2010 hat Google erstmals Anwendungen auf den EndgerĂ€ten der Anwender durch einen Fernzugriff gelöscht, nachdem Sicherheitsexperten ein Schadprogramm in den damaligen Android Market eingeschleust hatten, um auf fehlende Kontrollen aufmerksam zu machen.cite-ref-137[137] Außerdem kann Google auch ĂŒber die Google-Play-Dienste GerĂ€te-Einstellungen ohne Einwilligung der Nutzer aus der Ferne Ă€ndern, was sich durch ein versehentliches Aktivieren des Energiesparmodus auf einigen Telefonen durch Google zeigte.cite-ref-138[138]

Kontrolle durch Google

Wegen Googles Kontrolle ĂŒber die Marke Android sowie ĂŒber das Betriebssystem sind GerĂ€tehersteller auf die Zusammenarbeit mit Google angewiesen. Diese Kontrolle soll Google in der Vergangenheit unter anderem genutzt haben, um zu verhindern, dass GerĂ€tehersteller die Lokalisierungsdienste von Skyhook Wireless anstatt der Google-eigenen benutzencite-ref-139[139] sowie um zu verhindern, dass Acer GerĂ€te mit dem konkurrierenden Betriebssystem Aliyun vorstellt.cite-ref-140[140]

Übermittlung privater Daten

Viele Applikationen benötigen Zugang zu privaten Daten wie Kontakte, Lokalisierung sowie Telefonnummer und können diese auch ĂŒbermitteln.

Laut einer Studie von 2022 werden u. a. gewĂ€hlte Telefonnummern an Google ĂŒbermittelt.cite-ref-141[141]

Seit 2015 (Android 6.0) kann man die Zugriffsrechte in diversen Kategorien ablehnen oder gewĂ€hren. Diese Entscheidung kann man auch spĂ€ter noch einzeln Ă€ndern. DafĂŒr zeigt Android eine Liste aller Rechte an, die eine App anfordert, oder alternativ eine Übersicht aller Apps, die ein bestimmtes Recht anfordern. Apps mĂŒssen darauf vorbereitet sein, dass der Benutzer ihnen nicht alle Rechte gewĂ€hrt, und mĂŒssen die restlichen Funktionen trotzdem bereitstellen. Custom-ROMs wie zum Beispiel LineageOS (frĂŒher CyanogenMod) bieten schon lĂ€nger ein weitergehendes Datenschutzmanagement.

DarĂŒber hinaus gibt es auch Hilfsprogramme („Tools“) gegen die zahlreichen Apps, die deutlich mehr Berechtigungen anfordern und Daten ĂŒbermitteln, als fĂŒr ihre Funktion notwendig wĂ€re.cite-ref-ct-datenschutz-142-0[142]cite-ref-143[143] Diese liefern den Apps falsche Daten und lassen sie so in dem Glauben, sie hĂ€tten die Zugriffsrechte bekommen.cite-ref-144[144] DafĂŒr benötigen sie jedoch Root-Rechte.

Einige der beim Kauf schon vorinstallierten Apps können deaktiviert werden, sodass sie im System nicht mehr aktiv sind. Vorinstallierte Apps, die keinen unmittelbaren Nutzen haben (und meist vom Smartphone-Hersteller installiert wurden), bezeichnet man als Bloatware.

Applikationen mit Berechtigung zum Internetzugriff können Dateien der SD-Karte ins Internet hochladen.cite-ref-145[145] Sehr viele Spiele fordern das Recht „Konten auf dem GerĂ€t suchen“ an. Mit diesem Recht kann zum Beispiel die E-Mail-Adresse des Google-Kontos gelesen und können ĂŒber Google+ persönliche Informationen abgefragt werden. Auch hinterlegte E-Mail-Adressen, Facebook- und Twitter-Konten können ermittelt werden. Das Recht „WLAN-Verbindungen abrufen“ entspricht in seiner Wirkung dem Zugriff auf den Standort ĂŒber GPS, da unter anderem Google die SSIDs in frei abfragbaren Geodatenbanken speichert.

Alle installierten Apps können theoretisch auch auf das Clipboard zugreifen und die dort abgelegten Daten ins Internet ĂŒbertragen.cite-ref-146[146]

Im August 2018 wurde von der Verleger-Organisation „Digital Content Next“ eine Studie veröffentlicht, nach der ein nicht bewegtes Android-Smartphone mit im Hintergrund laufendem Chrome-Browser innerhalb von 24 Stunden rund 340 Mal Standortinformationen an Google versendet. Zudem soll Google anonymisiert erhobene Informationen mit persönlichen Nutzerdaten verknĂŒpfen können, so der federfĂŒhrende Professor Douglas Schmidt von der Vanderbilt University.cite-ref-147[147]

Eine Analyse des Datenverkehrs von Varianten der Android-Software auf verbreiteten Smartphones belegt eine umfangreiche Datenerfassung und -versand, was – da es den Standardeinstellungen entspricht und bei Benutzung dieser Software nicht abschaltbar ist – die PrivatsphĂ€re, Kontrolle und Sicherheit der Nutzer beeintrĂ€chtigen kann.cite-ref-148[148]cite-ref-149[149]

Schadsoftware

Mit seinem stĂ€ndig steigenden Verbreitungsgrad wird Android fĂŒr Schadsoftware-Autoren immer interessanter.cite-ref-150[150] Insbesondere die Möglichkeit, ungeprĂŒfte Apps von Drittanbietern zu installieren (dazu ist die Zustimmung der Nutzer erforderlich), erhöht die Gefahr. Google prĂŒft seit Anfang 2012 alle Apps im Play Store automatisch.cite-ref-151[151] Daher ist man, wenn man Apps nur von dort installiert, relativ sicher; es sind jedoch auch FĂ€lle von Schadsoftware-Verbreitung ĂŒber den Play Store bekannt. Weitere Sicherheit bietet das in Android standardmĂ€ĂŸige Sandboxing: Alle Apps laufen getrennt in einer virtuellen Maschine. Angeforderte Berechtigungen der Apps werden angezeigt und bedĂŒrfen der Zustimmung der Nutzer.cite-ref-152[152]

Diverse Anbieter von Sicherheitssoftware stellen Sicherheits-Apps mit mehr oder weniger guten Resultaten zur VerfĂŒgung. Diese Hersteller sind es auch, die oftmals laut und medienwirksam auf eine „Bedrohung“ aufmerksam machen, um ihre Produkte zu vermarkten.cite-ref-153[153] Eine weitere Art der Bedrohung ĂŒber den in den neuesten GerĂ€ten vorhandenen Nahbereichsfunk NFC wurde von einem Sicherheitsspezialisten auf der Hackerkonferenz Black Hat 2012 vorgefĂŒhrt.cite-ref-154[154]

2021 berichteten Journalisten und Forscher, eine Spyware namens Pegasus entdeckt zu haben, die von einem privaten Unternehmen entwickelt und verbreitet wurde. Diese Spyware kann sowohl iOS- als auch Android-Smartphones infizieren – zum Teil ĂŒber 0-Day-Exploits – ohne dass der Nutzer dafĂŒr interagieren muss oder Hinweise auf eine Infektion erhĂ€lt. Die Spyware kann dann etwa dazu verwendet werden, um Daten zu exfiltrieren, den Standort des Nutzers zu verfolgen, die Kamera zu benutzen oder das Mikrofon zu aktivieren.cite-ref-155[155]

VerfĂŒgbarkeit aktueller Versionen fĂŒr vorhandene GerĂ€te

Android-Smartphones werden oft mit einer Ă€lteren Betriebssystem-Version verkauft.cite-ref-pcwelt-updates-156-0[156] Meist haben Hersteller gegenĂŒber den Kunden keine vertragliche Verpflichtung, neueste Versionen auszuliefern. Den einwandfreien Betrieb der GerĂ€te im Auslieferungszustand muss der VerkĂ€ufer sicherstellen, nicht der Hersteller. Daher obliegt es dem Hersteller, ob er den hohen Aufwand der Update-Auslieferung betreibt oder nicht. Dass viele Mobiltelefone aktuelle Android-Versionen spĂ€t oder gar nicht erhalten, wird von Kunden und VerbraucherschĂŒtzern scharf kritisiert,cite-ref-pcwelt-updates-156-1[156] da Apps fĂŒr Bank- und Krankenkassen-Anwendungen eine sichere GerĂ€tetechnik erfordern.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Mai 2011 betonte Google, viele Hersteller wĂŒrden bei jedem neuen GerĂ€t mindestens 18 Monate lang die aktuelle Android-Version bereitstellen.cite-ref-connect-updates-157-0[157]cite-ref-158[158] Jedoch gab es kurz darauf Meldungen, dass Hersteller diese Selbstverpflichtung brechen.cite-ref-159[159] Auf der Konferenz Google I/O im Juni 2012 veröffentlichte Google ein Platform Development Kit, das es Herstellern frĂŒhzeitig ermöglicht, neue Android-Versionen auf ihre Hardware zu portieren.cite-ref-160[160]

Da die Quelltexte von Android und des Linux-Kernels veröffentlicht werden, können und dĂŒrfen auch herstellerunabhĂ€ngige Entwicklergruppen „inoffizielle“ Android-Portierungen als Custom-ROMs bereitstellen. Welche GerĂ€te davon profitieren, bestimmt die Motivation der Entwickler und die VerfĂŒgbarkeit hardwarenaher Software-Komponenten und Dokumentationen, vor allem Treiber.

Im Zuge der Stagefright-SicherheitslĂŒcke gab Google im August 2015 bekannt, dass Nexus-GerĂ€te kĂŒnftig monatlich Sicherheitsupdates fĂŒr drei Jahre nach Erscheinen des GerĂ€ts erhalten, unabhĂ€ngig von Updates der Android-Plattform, die fĂŒr etwa zwei Jahre verteilt werden sollen.cite-ref-161[161] Mit dem Start des Pixel 8 hat Google zugesagt, mindestens 7 Jahre Sicherheitsupdates zu liefern.cite-ref-162[162] Auch andere große Hersteller sagen mittlerweile Versions- und Sicherheitsupdates fĂŒr mehrere Jahre zu.cite-ref-163[163]cite-ref-164[164]

Patentstreitigkeiten

Google wurde beschuldigt, mit Android eine große Anzahl von Patenten anderer Firmen zu verletzen. Infolgedessen kam es seit 2009 weltweit zu einer Reihe von Rechtsstreiten mit GerĂ€teherstellern. Microsoft hat mit den drei Auftragsfertigern Quanta, Wistron und Compal sowie den Herstellern Samsung, HTC, Acer, ViewSonic, Onkyo, General Dynamics, Itronix und Velocity Micro LizenzvertrĂ€ge abgeschlossen und verdient dadurch SchĂ€tzungen zufolge zwischen 3 und 12,50 US-Dollar pro verkauftem Android-GerĂ€t, insgesamt etwa 500 Mio. US-Dollar im GeschĂ€ftsjahr 2012.cite-ref-165[165]

Zudem wurde Google im August 2010 von Oracle verklagt, weil Android Patent- und Markenrechte von Java verletzen wĂŒrde.cite-ref-166[166] Den Rechtsstreit konnte Google in erster Instanz fĂŒr sich entscheiden.cite-ref-167[167] Das Berufungsgericht gab Oracle jedoch recht und erkannte darauf, dass Urheberrechte an Java-APIs verletzt worden seien. Der von Google angerufene Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staatencite-ref-168[168] gab am 5. April 2021 die Entscheidung bekannt, dass die Verwendung der Java-APIs in Android durch die Fair-Use-Doktrin gedeckt sei, und hob die Entscheidung des Berufungsgerichts zu Gunsten von Google auf.cite-ref-169[169]

Siehe auch
Literatur

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Weblinks

Wikibooks: Googles Android

– Lern- und Lehrmaterialien

Commons

: Android

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

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] Why Apache Software License? [
] For userspace (that is, non-kernel) software, we do in fact prefer ASL2.0 (and similar licenses like BSD, MIT, etc.) over other licenses such as LGPL. Android is about freedom and choice. The purpose of Android is promote openness in the mobile world, but we don’t believe it’s possible to predict or dictate all the uses to which people will want to put our software. So, while we encourage everyone to make devices that are open and modifiable, we don’t believe it is our place to force them to do so. Using LGPL libraries would often force them to do so.“
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] We ask GMS partners to pass a simple compatibility test and adhere to our compatibility requirements for their Android devices.“
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